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Lesetipp: Bei unserer Kriegsministerin cybert es aus ...

Lesetipp: Bei unserer Kriegsministerin cybert es aus allen Rohren. Die Details sind schon fast bewusstseinserweiternd. Da braucht man keine Drogen mehr, alleine das Passivrauchen von den Ausdünstungen dieser Ideen machen schon high.

Es geht noch relativ harmlos los. Man wolle jetzt aufrüsten zur Verteidigung (na klar, wozu auch sonst?!). Und dann wolle man angreifen können. Auf Deutsch: Es wird hier mal wieder nur in die Offensive investiert werden, und dann wundern sich wieder alle, dass die Bundestags-IT von vorbeischlurfenden Obdachlosen gehackt werden kann.

So und dann geht es langsam los mit den Kloppern. Die IT-Ressourcen der Bundeswehr sollen aufgestockt und zentralisiert werden. Ja super, eine zentrale IT, da ist ja dann alles sicher! Man stelle sich das mal vor, im Afghanistaneinsatz kann keiner das Voip fixen, weil das aus der Zentrale gemacht werden muss. Tolle Idee!

So langsam steigt der Bullshit-Druck? Keine Sorge, das wird noch viel krasser. Erstmal das Money Quote hier:

Das Internet und andere Kommunikationsplattformen müssten neben den klassischen Kriegsschauplätzen Land, Luft, See und Weltraum als neuer "Operationsraum" der Bundeswehr definiert werden.
Das Internet als Kriegsschauplatz! Operationsraum der Bundeswehr! Ich freue mich schon auf die neuen Abkürzungen!
Die Bundeswehr müsse nicht nur im Inland in der Lage sein, Cyberangriffe "aktiv abzuwehren". Bei Missionen im Ausland soll es zum Beispiel möglich sein, die Nutzung von Internet und Mobilfunk durch den Gegner "einzuschränken, gegebenenfalls sogar auszuschalten".
A-Ha! Zivile Infrastruktur vernichten! Ja super! Die haben glaube ich das Land verwechselt, für das sie da kämpfen. Zivile Infrastruktur kaputtmachen, sowas machen wir eigentlich nicht. Seit der Haager Landkriegsordnung ist das verbriefter Teil des Völkerrechts, dass man zivile Infrastruktur verschonen soll.

Aber wartet, geht noch weiter. Wer soll denn die Cyberabwehr machen? Die Bundeswehr hat da ja bisher niemanden für! Kein Problem, dafür hat Cyber-Uschi einen Plan! Einen Plan, für den ihr euch mal bequem hinsetzen solltet.

Weil Einsätze der Bundeswehr bei der Cyberabwehr unterhalb eines massiven Angriffs bisher nicht vorgesehen sind, müsse dieses Problem mit den anderen Ressorts "prioritär" gelöst werden. Möglicherweise könnten Reservesoldaten aus der IT-Wirtschaft "in hoheitlichem Auftrag" zur Unterstützung im Cybernotfall herangezogen werden.
Jawohlja!

Aber wartet, da geht noch was.

Da geht noch was, fragt ihr? Wie denn!

Na so:

Ende Juni informierte Staatssekretärin Katrin Suder alle Abteilungsleiter, dass die Unternehmensberatung Accenture eine Diagnose der Fähigkeiten und Ressourcen erstellen wird, Interviews und Workshops sind bereits geplant.
Denn wenn sich jemand mit Cyberwar auskennt, dann ist es Accenture!

Wobei.

Hat jemand eine Statistik, wieviel Schaden Blackwater so angerichtet hat, und wieviel Kosten in der Wirtschaft durch Accenture-Beratungen verursacht wurden? Möglicherweise haben sie ja gar nicht so Unrecht.

Update: Falls sich jemand nicht erinnert: Accenture ist eine "Ausgründung" aus Arthur Andersen, die damals Buchprüfer bei Enron waren. Ich weiß aber auch gerade nicht, wieviel Personal damals unter dem Namen Arthur Andersen abgestoßen wurde, was man heute als "Bad Bank"-Konzept bezeichnen würde. Im Vergleich dazu hat sich Blackwater immer schön umbenannt und heißt heute Academi.

Reposted fromfefe fefe

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Schweinderl